Der Neubau für das Amtsgericht Erkelenz prägt den Vorplatz am Bahnhof und schafft eine städtebauliche Neuordnung am Eingang zur Stadt. Während im Norden die Maßstäblichkeit der Umgebung aufgenommen wird, tritt das Amtsgericht zum Platz hin klar und markant als Kopfbau hervor. Zugleich erscheint das Haus durch seine charakteristische umlaufende Fassadengestaltung als einheitliches Ganzes. An der Seite zur Kölner Straße leitet eine Kolonnade die Fußgänger in die Stadt. Mit seinem großzügigen Eingang, dem profilierten Fassadenbild und den großformatigen Fenstern ist das Gericht am Platz als öffentliches Gebäude präsent. Der Besucher betritt das Amtsgericht durch eine Sicherheitsschleuse mit einer kleinen Lobby und gelangt über die breite, von oben belichtete Freitreppe in das Foyer im 1.Obergeschoss. Dieses doppelgeschossige, seitlich und von oben natürlich belichtete Foyer erschließt alle Gerichtssäle und öffentlichen Räume des Hauses. In den weiteren Obergeschossen befinden sich die justizinternen Räume, variabel aufteilbar angeordnet um den zentralen Kern mit den Neben- und Sozialräumen. Räumlich findet eine Differenzierung der Geschosse durch unterschiedlich gelagerte Aufenthaltszonen an den Außenfassaden statt. Auf diese Weise entstehen im Inneren komplexe, vielschichtige und lichtdurchflutete Räume, die der äußerlichen Strenge des neuen Amtsgerichtes bewusst entgegenstehen und somit durchaus auch als Sinnbild für eine moderne Gerichtsbarkeit verstanden werden können. Bruttogeschossfläche (BGF): 4.500 qm Bauherr: Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, NL Aachen
Amtsgericht Erkelenz, 2013 - 2016 Wettbewerb, 1. Preis