AGE Amtsgericht Erkelenz, 2013 - 2016 1. Preis in Realisierung
Der Neubau für das Amtsgericht Erkelenz wird für den Bereich um den Bahnhof und den Konrad-Adenauer-Platz die städtebauliche Neuordnung einleiten. Während im Norden die Maßstäblichkeit der Umgebung aufgenommen wird, soll das Amtsgericht zum Platz hin klar und markant als Kopfbau in Erscheinung treten, ohne als architektonische Primadonna den städtebaulichen Rahmen zu dominieren. Dem Kopfbau kommt eine vielschichtige Bedeutung zu. Einmal sollen möglichst große Flächen für den Einzelhandel bereitgestellt werden, zum anderen wird hier das neue Amtsgericht als Hauptnutzung den Ort prägen und bestimmen. Ganz bewusst haben wir den Handel im Flächenlayout auf Straßenniveau angeordnet, während das Amtsgericht über den mittigen Eingang und eine breite Freitreppe ab dem „piano nobile“ erschlossen wird. Der Besucher betritt das Amtsgericht über die mittig gelegene großzügige Eingangsgalle und gelangt über die große, von oben belichtete Freitreppe in das Foyer mit den Verhandlungssälen. Dieser großzügige Wartebereich, über ein weiteres Oberlicht mit Tageslicht versorgt, ist auch als Liberoraum für größere Versammlungen zu benutzen. Alle öffentlichen Räume sind zu diesem Raum hin orientiert. In den weiteren Obergeschossen befinden sich die justizinternen Räume, variabel aufteilbar um den großen fünfgeschossigen Lichthof angeordnet. Räumlich findet eine Differenzierung der Geschosse durch unterschiedlich gelagerte Aufenthaltszonen an den Außenfassaden statt. Auf diese Weise ensteht im Innern ein komplexer vielschichtiger und lichtdurchfluteter Innenraum, der der äußerlichen Strenge des neuen Amtsgerichtes bewusst entgegensteht und somit durchaus auch als Sinnbild für eine moderne Gerichtsbarkeit verstanden werden kann. Bruttogeschossfläche (BGF): 5.000 qm