Gleich einer Insel liegt das Areal des Bundeskriminalamts inmitten eines sehr heterogenen Umfelds – zwischen offener Bauweise und geschlossenem Blockrand, mehrspurigen Verkehrsadern und ruhigen Nebenstraßen. Mit drei klaren Baukörpern zielt der Entwurf auf die Vermittlung der Gegensätze ab – er bindet das Grundstück in den städtebaulichen Kontext ein, bildet jedoch gleichzeitig durch die regelhafte Wiederholung der Volumina und Freiflächen eine eigenständige, signifikante Figur und stärkt den Zusammenhang des gesamten Areals. Das Gebäude der ersten Baustufe bildet mit dem vorhandenen Parkhaus einen Vorraum zur Verwebung des Stadtorganismus. Die Kubatur wird durch die Einschnitte gegliedert und reagiert auf unmittelbare Umgebung, ohne die hohen sicherheitstechnischen Anforderungen zu negieren. Darüber hinaus kann der Gebäudetypus als abstrakte Interpretation der alten Kasernengebäude gelesen und verstanden werden. Die Fassade ist mit vorgehängten Betonfertigteilen verkleidet, in die flachformatige Backsteine eingelegt und mit Mörtel verschlämmt. Subtile Reliefversprünge machen die Konstruktion lesbar und verleihen der Fassade Tiefe. Regelmäßige Achsmaße prägen die Fassade, allerdings evoziert das Spiel der verspringenden Betonfertigteilen eine Lebendigkeit, die das Haus von sturen und eintönigen Bürokisten wohltuend abheben wird. Das Gewebe ist durchaus als Metapher für das hinter der Fassade befindliche Gewebe der Informationen zu verstehen. Bruttogeschossfläche (BGF): 37.894 qm
Erweiterung Bundeskriminalamt, Berlin-Treptow, 2005 - 2006 Wettbewerb, 1. Preis