Im Zuge der Verlegung des Deutschen Bundestages von Bonn nach Berlin wurde eine bestehende Villa in der Miquelstraße zum Amtssitz des Präsidenten des Deutschen Bundestages umgebaut. Das Haus wurde 1911 vom Regierungsbaumeister a.D. Bruno Ahrends im englischen Landhausstil für sich und seine Familie erbaut. Durch zahlreiche Umbauten wurde das anfängliche Konzept des Hauses immer unklarer. Unter Beibehaltung der bestehenden Erschließung war eine befriedigende Grundrisslösung für den Amtssitz nicht möglich. Aus diesem Grund wurden ein Umbau der Eingangshalle, die Veränderung des Grundrisses des 1.OG und der Einbau einer internen Servicetreppe vorgeschlagen. Die neue, zweigeschossige Eingangshalle verleiht der Villa ein großzügiges Entree. In diese Eingangshalle wird als Möbel die repräsentative Erschließung in die Privaträume des Präsidenten sowie darin enthalten WCs und die Garderobe eingebaut. Durch die veränderte Erschließung entsteht die Möglichkeit, das Obergeschoss ohne den großen „Flurraum“ zu organisieren. Die Gartenseite bleibt vollständig dem Präsidenten vorbehalten. Die Gästezimmer werden über die Galerie erschlossen und sind zur Miquelstraße hin orientiert. Über eine interne Servicetreppe sind alle Grundrissebenen miteinander verknüpft, ohne dass eine Durchwegung des repräsentativen Bereiches des Hauses nötig wird. Für die Wachmannschaft wurde im Garten ein separates Wachhaus erstellt. Die Oberflächen des Rechteckkörpers sind nach innen um 3° geneigt. Dadurch wird der Solitärcharakter des Gebäudes gestärkt. Der Eindruck eines im Garten stehenden und vom Garten umflossenen Steines entsteht. Die äußere Schicht des Gebäudes besteht aus Torfbrandklinker im Oldenburger Format, die scheinbar fugenlos vermauert wurden. Bruttogeschossfläche (BGF): 1.000 qm Bauherr: BRD durch Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Amtssitz des Präsidenten des Deutschen Bundestags, Berlin, 1994 - 1996