PGM Parkhaus Glücksteinquartier Mannheim 2014 1.Preis in Realisierung
Das Parkhaus P5 ist ein angemessen zurückhaltender, aber präsenter Baustein des neuen Stadtquartiers an der Glücksteinallee, geprägt durch eine plastische Fassadengliederung mit einer unverwechselbaren Kombination von Begrünung und Transparenz. Die Maßstäblichkeit der zukünftigen Nachbarbebauung aus Bürogebäuden wird durch die großzügige Zusammenfassung jeweils zweier Geschosse aufgenommen. In die attraktive Fassadengestaltung aus Glas und begrünten Elementen sind zugleich vertikale Lüftungsschächte integriert. Die mattierte Verglasung bietet zu den drei „Schallschutzseiten“ eine Ahnung der Vollrampenanlage, die abends durch die stirnseitige Beleuchtung an den Rampen untermalt wird. Der Sockel des Hauses nimmt die Plastizität der Obergeschosse auf und ist durch die großen Öffnungen für die Erschließung geprägt. Zudem ermöglicht er die Lüftung der Untergeschosse über Schächte im Wandaufbau analog zu den Obergeschossen Das Parkhaus ist als verlustlose Vollrampenanlage mit einer Steigung von 3,2 % konzipiert. Das Konzept ermöglicht eine klare Orientierung trotz der relativ vielen Geschosse. Es gibt keine unübersichtlichen „Angstecken“. Die Vollrampenanlage bietet durchgehend 2,50m breite Stellplätze und eine Fahrgasse, die mit 6,0m Breite um 50 cm breiter ist als nach Garagenverordnung gefordert. Im Erdgeschoss sind zunächst die 10 Elektroladestationen angeordnet. Der Hauptzugang im Erdgeschoss liegt im Norden direkt neben der Vertikalerschließung. Der großzügige Raum mit den Kassenautomaten hat gemeinsam mit den benachbarten Fahrradstellplätzen Zugang zu den zwischengeschalteten Sanitärräumen. Die beiden Zufahrtschranken befinden sich direkt an der Einfahrt ins Parkhaus. Dahinter zweigt die Einzelrampe für die Dauerstellplätze in den Untergeschossen ab. Diese sind analog zu den Obergeschossen als sich nach unten wendelnde Vollrampenanlage geplant. Die Ausfahrt funktioniert wie die Einfahrt kreuzungsfrei: Von oben führt die Rampe zur Doppelausfahrschrankenanlage im Osten und die Ausfahrtrampe aus dem Untergeschoss taucht unter dieser hindurch zur daneben liegenden Ausfahrt. Der geforderte Schallschutz zwingt zu einer akustischen Schließung der drei Fassaden nach Westen, Süden und Osten. Das Erscheinungsbild des Parkhauses ist gleichwohl umlaufend homogen, da lediglich die Glasscheiben vor den Lüftungsschächten nach Norden entfallen. Die begrünten Betonfertigteilelemente sind durchgehend identisch. Die Lüftung erfolgt neben der offenen Nordfassade einerseits über die zentralen vertikalen Schächte in den Wendelungen der Vollrampen und andererseits über die durchlaufenden Schächte hinter den Verglasungselementen der Fassaden, ggf. mechanisch vom Dach aus unterstützt. Das Parkhaus hat eine Stahl–Stahlbetonverbundkonstruktion für die weitgespannten Decken. In dieser sehr wirtschaftlichen Konstruktion sind Stahlträger im Abstand von ca. 5 m betonumhüllt (Brandschutz) in die Stahlbetondecken eingebaut. Damit kommen sie ohne Zwischenstützen aus. Die Stahlbetonwände und –treppenhauskerne tragen zusammen mit den Betonfertigteilfassadenelementen die vertikalen Lasten ab. Die Oberfläche der Decken wird mit einer Epoxidharzbeschichtung versehen, alle Wandoberflächen bleiben unbehandelt. Durch die PV-Anlagen auf dem Dach kann der benötigte Strom für die Beleuchtung nachhaltig selbst erzeugt und zudem ein Überschuss ins Netz eingespeist werden.Die doppelgeschossigen U-förmigen Betonfertigteilelemente der Fassaden haben jeweils in ihrem Sockel ein Pflanzbecken, aus dem selbstklimmende Pflanzen wie Efeu oder Kletterhortensien ebenjene Elemente außenseitig beranken und damit das Mikroklima und die Akustik verbessern und zugleich die Erscheinung des Hauses prägen. BGF nach DIN 276: 16.450 qm