SKW Schlosskirche Lutherstadt Wittenberg - 2011
Die (innere) Verkleidung der Schlosskirche in Wittenberg Die Schlosskirche in Wittenberg ist einer der Erinnerungsorte der Reformation. Jeder Wittenbergtourist macht seine kurze Aufwartung in der Abarbeitung der zu besuchenden Lutherstätten. Busladungen werden vor der Türe abgesetzt und wieder eingesammelt. Um in der Lutherdekade den Blick auf Wittenberg, die Schlosskirche und das 500 jährige Reformationsjubiläum zu lenken, planen wir die Schlosskirche in ein Moratorium zu versetzen. Die gesamte Kirche soll mit einem hellen, textilen Material von innen skulptural verkleidet werden, sodass sich in konisch zulaufenden Fächern lediglich die präzise belichteten Reformatoren dem Blick der Besucher zeigen. Dass die Reformation nicht das Werk eines einzelnen, zweifelnden Mönchs war und die historische Entwicklung auf den Schultern vieler lag, soll dem Besucher durch diese Fokussierung auf die Statuen in der Schlosskirche deutlich vor Augen geführt werden. Der Raum mündet in einer Treppe, auf der sich der Besucher auf Augenhöhe mit dem Christus wiederFIndet. Einerseits geht es darum die Kirche aus dem normalen touristischen Programm herauszunehmen und den Blick auf die Inhalte zu schärfen. Andererseits wird die Kirche zum temporären, zeitgenössischen Kunstwerk, das als Botschafter für das Reformationsjubiläum in den Feuilletons der Zeitungen die Aufmerksamkeit der Blicke auf Wittenberg lenkt.