Der Ursprungsbau an der Tauentzienstraße Nr. 6 wurde in den Jahren 1957-1958 von Prof. Werner Weber als Versicherungsgebäude der Concordia gebaut und als typischer Vertreter eines West-Berliner Büro- und Geschäftshauses der Nachkriegszeit 1995 unter Denkmalschutz gestellt. Es wird denkmalgerecht saniert und umgebaut. Elemente aus der Bauzeit sind noch erhalten und als originale Bausubstanz besonders schützenswert: Das Stahlbetontragwerk, der überwiegende Teil der Straßenfassade, die großzügige Eingangshalle mit offener geschwungener Freitreppe sowie die seitlichen Glaswände und Eingangstüren zu den Läden im Erdgeschoss. Die Nutzung nach der Sanierung und Erweiterung sieht wie zuvor Büros und Verkaufsflächen vor. Im Zuge dessen kommt es im rückwärtigen Teil des Grundstücks zu einer Ergänzung durch einen 2-geschossigen Neubau, der zusätzliche Verkaufsflächen im Erd- und Untergeschoss aufnimmt und direkt an das Bestandsgebäude anschließt. Im Erdgeschoss werden dadurch die bestehenden zwei Verkaufsflächen erweitert und mit den zusätzlichen Flächen im Untergeschoss bzw. im 1. Obergeschoss zu zwei nach wie vor voneinander unabhängigen Verkaufseinheiten verbunden. Die neuen Außenanlagen beinhalten einen Gartenhof, der an das Bestandstreppenhaus anschließt, einen rückwärtigen Außenhof und das begrünte Flachdach des Neubaus. Sie werden landschaftsarchitektonisch aufwendig gestaltet. Die Straßenfassade ist geprägt durch die vollverglaste Ladenzone im Erdgeschoss und die Rasterfassade der Obergeschosse, die durch einen umlaufenden Betonrahmen zusammengefasst wird. Die einheitliche und rhythmische Fassade der Obergeschosse ist durch horizontale Fensterbänder und schlanke vertikale eloxierte Aluminiumprofile gegliedert. Großformatige farbige Marmorplatten verkleiden die Brüstungsfelder unter den Fenstern. Die Schaufensterzone im Erdgeschoss zeichnet sich durch eine horizontale Gliederung, bestehend aus Sockel-, Kämpfer- und Sturzprofil, aus. In weiten Teilen wird hier die Bestandsfassade erhalten und in Abstimmung mit der Denkmalpflege aufgearbeitet. Die Zugänge zu den Verkaufs- und Büroflächen werden in Anlehnung an den Entwurfsgedanken von 1957 in Form von Ganzglastüren neu gestaltet. Die bauzeitlichen seitlichen Eingangstüren zu den Verkaufsflächen werden erhalten und hinsichtlich der Beschlagstechnik erneuert. An das denkmalgeschützte Treppenhaus schließt der Gartenhof an. Über großflächig verglaste Schiebeelemente mit einer filigranen Optik und Gestaltung ist der Zugang vom Treppenhaus in diesen Hof gewährleistet. Die bestehenden Aluminiumfenster der Obergeschosse werden abgebrochen und durch neue filigrane Stahlfenster mit seidengrauer matter Pulverbeschichtung ersetzt. Das Sanierungskonzept der Straßenfassade der Obergeschosse sieht folgende Maßnahmen vor: Abbruch der Bestandsalufenster, Einbau neuer Stahlfenster in Anlehnung an den Entwurf und die Ausführung von 1957, Einbau von Öffnungsbegrenzern, Austausch der Schalldämmlüfter, Reinigung der Fassadenelemente (Alulisenen, Marmorplatten), Erneuerung des außenliegenden Sonnenschutzes. Die Hoffassade zitiert die Gliederung der Straßenfassade, ist im Gegensatz dazu allerdings mit einem Außenputz versehen. Die Fenster der Hoffassade werden ebenso abgebrochen und durch neue Stahlfenster ersetzt. Im Bereich des Treppenhauses wird das nicht-bauzeitliche Industrieprofilglas entfernt und durch neue Glassteine, die dem bauzeitlichen Entwurf entsprechen, ersetzt. Bruttogeschossfläche: 4903,36 m2 Bauherr: Deutsche Ärzteversicherung AG, Köln
Umbau Geschäft- und Bürohaus Tautzienstraße 6, Berlin, 2010 - 2018 in Realisierung